Selbsthilfegruppen in Delmenhorst

Gruppenname:
MS-Gruppe Delmenhorst und Umzu

Ansprechpartner:
Astrid Schröder

Anschrift:
Rembrandtstr. 8a
27798 Hude

Telefon:
04408 - 98 30 23

Ansprechpartner 2:
Karin Petersen
04223 - 1353

Treffen:
jeden zweiten Dienstag im Monat
von 15.00 bis 18.00 Uhr
AWO, Cramerstraße 193, 27749 Delmenhorst

weitere Informationen der Gruppe:

MS-Gruppe Delmenhorst und Umzu

Bewusst mit seiner Krankheit leben will gelernt sein, erfordert aber auch den Wunsch es zu wollen.

Multiple Sklerose. Was ist das?

Multiple Sklerose ist die häufigste der so genannten Entmarkungskrankheiten des Gehirns und des Rückenmarks.

Sie ist keine Geisteskrankheit.

Multiple = vielfach
Sklerose = Verhärtung

Die MS führt zu Entzündungen des Nervengewebes (der Markscheiden), die vielfältige Nervenfunktionsstörungen zur Folge haben können wie zum Beispiel:

  • Störungen des Gesichts und Tastsinns
  • Spastische Versteifung und Lähmung vorwiegend der Beinmuskulatur
  • Zittern bei gezielten Bewegungen
  • Sprachstörungen (tonlos, abgehackt)
  • Blasen- und Darmstörungen
  • sich schwer fühlen, ohne Energie, müde

Je nachdem, welche Teile des Zentralnervensystems von der Krankheit betroffen sind, treten die genannten Symptome oder weitere in unterschiedlicher Ausprägung auf.

Die Erkrankung beginnt vorzugsweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, in einer Zeit des beruflichen und familiären Aufbaus.

Sie verläuft Schubweise in verschiedenen Teilen des Zentralnervensystems, weshalb es auch zu verschiedenen Erscheinungsformen der MS kommt.

Man schätzt die Zahl der in der Bundesrepublik daran erkrankten auf rund 130.000. In Niedersachsen gibt es etwas 8000 bis 10.000 MS-Betroffene.

Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer.

Was sagen die Ärzte zur MS

Möglichkeiten der medizinischen Behandlung

Die Ursache der MS ist noch nicht bekannt. Eine ursächliche Therapie ist derzeit nicht möglich. Die moderne Medizin ist jedoch in der Lage, Begleit- und Folgeerscheinungen günstig zu beeinflussen.

Neurologische Funktionsstörungen können zwar nicht behoben, aber gebessert und für den Kranken erträglich gemacht werden. Ergänzend zur ärztlichen Behandlung haben sich vor allem Krankengymnastik aber auch spezielle Diäten und andere Maßnahmen bis zur Hippotherapie bewährt.

Keine gefährlichen Experimente wagen

Wie bei allen unheilbaren Krankheiten werden auch bei der Multiple Sklerose zum Teil abenteuerliche Außenseitermethoden angeboten. Solche nicht genug erprobten, nicht abgesicherten Methoden können sehr gefährlich sein, den allgemeinen Gesundheitszustand verschlechtern oder sogar einen Schub auslösen.

Die medizinische Versorgung der MS-Kranken

Da die Akutkrankenhäuser keine Nachbehandlung durchführen, ist der MS-Kranke nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf sich selbst gestellt. Nur wenige MS-Patienten erhalten angepaßte krankengymnastische, physikalische, ergotherapeutische Behandlung, Schwimmtraining, Rollstuhltraining, usw. Es gelingt aber auch dadurch in vielen Fällen, die Symptome weiter abzubauen und die Funktionsfähigkeit zu verbessern.

Ein MS-Patient sieht die Krankheit so:

MS ist also ...

  • wenn man sich vorkommt, als ob man den ganzen Tag mit eingeschlafenen Beinen herumgehen müßte ...
  • wenn man als Durchschnittsbürger bei jedem Schritt eine Seiltanznummer durchführen muß ...
  • wenn man Beine schwer wie Blei hat ...
  • wenn man sich davor fürchtet, nicht mehr schnell genug auf die Toilette zu kommen ...

MS ist aber auch

  • wenn man alles wackeln sieht, wie Pudding ...
  • wenn man ständig alles doppelt sieht ...
  • wenn man versucht, mit einem Wattebausch in der Hand zu schreiben ...
  • wenn man den Eindruck erweckt, betrunken zu sein, aber stocknüchtern ist ...
  • wenn man voller Ideen steckt, diese aber nicht mehr ausführen kann ...
  • wenn man befürchtet, eines Tages doch noch im Rollstuhl sitzen zu müssen ...
  • wenn man kein Selbstvertrauen mehr hat ...
  • wenn man sich nicht mehr richtig verständlich machen kann ...
  • wenn man scheinbar eine 5 kgschwere Zunge hat ...
  • wenn man, obwohl gut erzogen, den Löffel beim Essen auch mal in die linke Hand nimmt ...

MS ist auch noch

  • wenn man von einigen Freunden verlassen wird ...
  • wenn man keinen Vergleich mehr standhalten kann ...
  • wenn man aus Furcht davor, den Kontakt mit dem anderen Geschlecht lieber aus dem Wege geht ...
  • wenn man dauernde Angst davor hat, am nächsten Morgen bewegungsunfähig im Bett zu liegen ...

10 Verhaltensregeln im Umgang mit MS-Patienten

  • Beachten Sie die Erkrankung oder Hilfsbedürftigkeit nicht als "Peinliches". Es ist eine Tatsache, sie müssen lernen damit zu leben, und Sie können sich so verhalten, dass es ihnen leichter fällt.
  • Benehmen Sie sich ihnen gegenüber so normal als möglich. Sie sind auch mit der Erkrankung oder Hilfsbedürftigkeit ein vollwertiger Partner und Mensch.
  • Mitleid ist nicht angesagt! Es mag gut gemeint sein, aber ist keine Hilfe.
  • Glauben Sie nicht, dass Sie immer sofort etwas tun müssen, wenn sie nicht weiter wissen. Sie wollen lernen, schwierige Situationen durchzustehen.
  • Vor allen Dingen nehmen Sie Ihnen nicht Dinge aus der Hand, die sie selbst noch tun können. Sie brauchen ihre Erfolgserlebnisse, um sich aufzubauen.
  • Denken Sie daran, dass sie manche Dinge langsamer oder "umständlicher" tun müssen als Sie. Sie können nur in ihrem eigenen Tempo vorankommen, lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
  • Zeigen Sie ihnen eindeutig, wenn Sie für sie "da sind". Sie werden oft ihre Hilfe und ihr Verständnis brauchen, aber sie wollen auch lernen, einmal zu warten.
  • Reden Sie nicht ständig über die Krankheit oder Hilfbedürftigkeit, sie haben auch anderen Gesprächsstoff.
  • Versuchen Sie es so zu akzeptieren wie sie sind, auch wenn Sie es nicht immer verstehen können.
  • Haben Sie die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die Sie nicht ändern können, und gewinnen Sie die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Links

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband

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Wichtiger Hinweis

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle im Fachdienst Gesundheit stellt auf den Seiten „Selbsthilfegruppen in Delmenhorst“ die Basisdaten aller Gruppen zur Verfügung, die zur Kontaktaufnahme erforderlich sind.
Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage der jeweiligen Gruppen, auf die wir einen Link gesetzt haben, oder wenden sich telefonisch an die Selbsthilfe-Kontaktstelle unter
Telefon: 0 42 21 / 99 26 25.
Die Basisdaten sind so veröffentlicht, wie von der jeweiligen Gruppe gewünscht. Einige Gruppen haben zur Wahrung ihrer Anonymität bewusst auf die Veröffentlichung von Nachnamen oder Anschriften verzichtet.